gajim Konzeption

Das Angebot des Kinderhauses richtet sich an Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis zwölf Jahren und umfasst die Angebote der Offenen Arbeit mit Mädchen sowie mit Jungen. Darüber hinaus werden verbindliche Angebote für die Zielgruppen angeboten. Dabei ist es u. E. notwendig eine Altersgruppierung in jüngere und ältere Kinder zu unterteilen, denn entsprechende Unterschiede des Entwicklungsstandes fordern zu unterschiedlichen pädagogischen Handlungen heraus. Gleichzeitig liegt hier der Ausgangspunkt für viele pädagogischen Angebote des Kinderhauses.

package-newOffene Arbeit mit Kindern – mit Mädchen und Jungen

  • Offene Arbeit mit Kindern sind niedrigschwellige, sozialpädagogische Aktivitäten, die auf Offenheit und Freiwilligkeit beruhen – unter besonderer Berücksichtigung des urbanen Umfeldes: Hierbei ist die Arbeit anhand des Bedarfs ständig neu zu definieren – mit einer Bedürfnisorientierung, Flexibilität und Spontaneität im Sinne unserer Zielgruppe. Gleichzeitig ist eine Kontinuität und Verlässlichkeit des Gesamtangebotes und des Personals im Kinderhaus erforderlich.
  • Offene Arbeit meint eine Offenheit in Bezug auf die Inhalte, Religionszugehörigkeit, Kultur, Nationalität, Weltanschauung und Geschlecht der Kinder sowie bezüglich Kooperationen und Vernetzung mit anderen Einrichtungen. Nicht zuletzt wird Offenheit auch im Sinne von „öffentlich“, d.h. Transparenz nach außen und zugänglich für alle Kinder, definiert.

  • Offene Arbeit im Kinderhaus ist eine Arbeit der Gestaltung von Rahmenbedingungen (Räume, Zeiten, Regeln, Aneignungsmöglichkeiten). Ein grundlegendes Element der Offenen Arbeit im Kinderhaus ist das Raum- und Kommunikationsangebot. Durch die Bereitstellung frei verfügbarer Räume erhalten die Kinder die Möglichkeit für Selbstentfaltungs-, Erprobungs- und Lernprozesse. Sie können sich zurückzuziehen und sich weitgehend vor einer ständigen Kontrolle schützen.

  • Das vielfältige Personal bietet den Kindern die Möglichkeit, in Kontakt zu den Mitarbeitern als akzeptierende Erwachsene und potentielle Identifikations- und Reibungsfiguren zur Entwicklung ihrer eigenen Persönlichkeit zu treten. Das Beziehungsangebot ist entscheidend für die gesamte Arbeit. Dieses Angebot kann auch von Seiten der Kinder unbeantwortet bleiben. Eine Beziehung wird nicht aufgedrängt. In der täglichen Arbeit werden unterschiedliche pädagogische Ansätze und Methoden genutzt, um alle Kinder vielfältig und individuell zu fördern, zu unterstützen und ihnen eine bereichernde, erfahrungsreiche Zeit im Kinderhaus zu ermöglichen.

  • Offene Arbeit mit Kindern bietet gerade denjenigen Kindern Raum zu sozialer und kultureller Entfaltung, die sich bisher wenig entsprechende Möglichkeiten in ihrer Umwelt aneignen konnten, aber nach einer Erweiterung ihrer Möglichkeiten streben.

package-install Kinder übernehmen Verantwortung für sich und andere

Das Kinderhaus bietet zahlreiche Möglichkeiten, dass Kinder Verantwortung übernehmen und erlernen können. Sie können gegen Pfand Spiele, Räume und weitere Materialien (z.B. PC) ausleihen. Für die Zeit der Ausleihe sind sie dafür verantwortlich und können im Rahmen der Regeln selbstbestimmt Gestalten.

package-install Kinder gehen gewaltfrei mit sich und anderen um

  • Kinder wollen sich selbst spüren und oftmals ausprobieren, aber auch Grenzerfahrungen machen. Dazu nutzen sie oftmals Provokation, Regelverletzungen, Normverstöße, provokantes Aussehen etc. Sie sind auf Orientierungssuche.

  • Das Kinderhaus kann bei dieser Suche Orientierung bieten und stellt eigene Kompetenzen zur Verfügung. Regeln müssen transparent, klar und in gemeinsamer Absprache veränderbar sein.

  • Durch das Sport- und Bewegungsangebot, dass in allen Arbeitsfeldern durchgeführt wird, erlernen die Kinder ein gewaltfreien Umgang mit sich selbst und mit anderen.

package-install Kinder haben Ansprechpartner/innen und nehmen Hilfen an

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ansprechbar für alle Kinder. Bei den individuellen Hilfen finden die Kinder immer ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte und aktive Hilfe bei der Entwicklung von Problemlösungsstrategien. In Zusammenarbeit mit Kindern, Elternhaus und Schule sowie anderen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe werden Probleme erörtert und geeignete Hilfemaßnahmen im Team koordiniert. Dies beinhaltet beispielsweise auch die Beratung, Unterstützung und Begleitung von Eltern bei Behördengängen.

Elternarbeit ist uns wichtig, es geht darum Brücken zwischen Elternhaus und dem Kinderhaus Paradies herzustellen.

package-install Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen eine Lobby für Kinder

Das Doppelmandat gestalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter indem sie vielfältige Aktionen einerseits und Gremienarbeit andererseits durchführen. Dabei geht es stets um die Bedarfe und Interessen der Mädchen und Jungen, für die Partei ergriffen wird. Die Belange aller Kinder vertreten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in regelmäßiger Zusammenarbeit mit allen Gremien, Vereinen, Verbänden und sonstigen Zusammenschlüssen. Dies sind insbesondere die AG Kinder und Jugend Eberstadt, der Mädchenarbeitskreis (MAK), der Arbeitskreis Jungenarbeit (AGJ) und die Stadtviertelrunde Eberstadt-Süd (SVR). Durch die aktive Mitarbeit geben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Anregungen und üben einen Einfluss auf die zuständigen politischen Gremien aus.

Unter dem Aspekt der Lebenswelt- und Sozialraumorientierung erhalten die Mädchen und Jungen Anregungen, um ihre Umgebung konstruktiv und sinnvoll zu gestalten. Dabei wird die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben gefördert, die Stärken der Kinder und ihr Selbstwertbewusstsein, bzw. die persönlichen Erfahrungshorizonte erweitert. Die Besucherinnen und Besucher des Kinderhauses werden in die Gemeinwesensarbeit integriert mit einem präventiven Charakter.

Belange der Mädchen und Jungen, bzw. die pädagogische Arbeit werden in Form der Öffentlichkeitsarbeit sichtbar gemacht. Dies dient der Transparenz gegenüber der Zielgruppe und der breiten Öffentlichkeit.

package-newSchlussfolgerungen für unsere Arbeit:

  • Mädchen und Jungen befinden sich in einer Lebensphase, in der Freundschaften und Zusammensein mit anderen Kindern außerhalb der Familie an Bedeutung gewinnen.
  • Kinder machen erste große Trennungsschritte aus der Familie - Die Schule ist wichtig. In unserer Einrichtung werden weitere wichtige Erfahrungsmöglichkeiten gegeben. Wir verstehen uns als Institution, in der Kinder im Übergang in die Gesellschaft wertvolle Erfahrungen sammeln können und Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt bekommen.
  • In dieser Lebensphase suchen Mädchen und Jungen häufig Kontakt zu Kindern gleichen Geschlechts. Wir bieten den Kindern Mädchen- und Jungenräume und kommen diesem Bedürfnis nach. Im koedukativen, offenen Bereich können Mädchen und Jungen sich begegnen und zusammen spielen.
  • Wir wissen, dass in der Lebensphase Latenz Mädchen und Jungen das jeweils andere Geschlecht aus einer Verunsicherung heraus und einem Wunsch, sich erst mal seiner selbst zu vergewissern, oftmals attackieren, entwerten und teilweise auch bekämpfen. Von daher ist es uns in der Einrichtung wichtig, in besonderem Maße auf eine kooperative Zusammenarbeit und Strukturen in den geschlechtsspezifischen und koedukativen Arbeitsfeldern zu achten.