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Kroatien 2015
„Nachtrag  zum freizeitpädagogischen Abenteuer der Vielfalt in Kroatien“

Gruppenbild

 
In der zweiten und dritten Sommerferienwoche waren die Kinder vom Kinderhaus Paradies vom 05.08 bis zum 18.08.2015 auf einem freizeitpädagogischen Abenteuer der Vielfalt auf der Insel Pag in Kroatien. Zwei ganze Wochen konnten die Kinder in ihrer Unterschiedlichkeit frei und fröhlich, selbstbestimmt und sozial-verantwortlich zusammen leben, zusammen lernen und zusammen sein. Im ersten Urlaub ohne Eltern, außerhalb von Deutschland, konnten die Kinder Land und Leute kennenlernen sowie das Zusammenleben in der Gruppe erleben. Die Kinder durften mit ihren Ideen die Kinderfreizeit mitgestalten. Darüber hinaus wurden jeden Tag verschiedene Workshops aus den Bereichen Spiel, Sport, Kreatives, Kultur angeboten und es gab die Möglichkeit in Kleingruppen die Insel zu entdecken.

Mit der Unterstützung der Kinder gab es jeden Tag ein frisch zubereitetes Frühstück und Abendessen und einen leckeren Mittagssnack. Eine Spielgeschichte mit den Betreuer_innen in den Schauspielrollen stellte den Rahmen der Freizeit. Die Kinder wurden von Zauberer Zoran und König Milanovic begleitet und zu Entdecker der Insel. Sie lösten bei ihrer Nachtwanderung, Strandbesuchen und Ausflügen mit Boot und Schiff viele Aufgaben, um zum Schluss bei einer gemeinsamen Party die tollen Erlebnisse der Freizeit zu feiern.

Dank der vielen tollen Unterstützungen von Sponsoren konnte die Freizeit vielseitig und lebendig gestaltet werden und fand mit einem „kroatischen Abend“ als Nachtreffen in der Evangelischen Kirche Eberstadt-Süd einen würdigen Abschluss. Dabei konnten alle Kinder gemeinsam mit ihren Eltern, den Geschwistern, Betreuer_innen und Helfern die  Präsentation des Fotoprojekts, welches auf der Freizeit entstanden ist, betrachten und den kulinarischen Köstlichkeiten aus Kroatien genießen.

Das Jungenprojekt
„Eberstädter Freunde – Zusammen sind wir stark!“

Im Rahmen der Jungenarbeit im Kinderhaus Paradies führen wir das Projekt „Eberstädter Freunde –Zusammen sind wir stark!“ für Jungen im Alter von 8 -12 Jahren einmal im Monat durch.

Die Teilnehmer mussten sich für das Projekt verbindlich anmelden und der Teilnehmerbeitrag für das gesamte Projekt betrug 10 Euro. Das Projekt wird von Ralf Förstner (Soziologe) und Kai Schuber (Sozialpädagoge) aus dem Kinderhaus durchgeführt und wird von Frederik Freber (freiberuflicher Mediengestalter) mit einer Fotodokumentation begleitet.

Ziele

Das Projekt zielt darauf ab:

  • dass alle Beteiligten das Projekt mit einem hohen Spaßfaktor erleben.
  • den Jungen die Werte und Normen von Freundschaft zu vermitteln.
  • den Jungen Erlebnisräume zu bieten, damit sie sich in ihren Fähigkeiten, aber auch in ihren Begrenzungen wahrnehmen und sich niedrigschwellig mit Aspekten wie Gruppenfähigkeit, Kraft, Respekt, Schwäche etc. auseinander setzen.
  • die Jungen in ihrer jeweiligen Lebenslage, wo sie gegenwärtig stehen, anzunehmen und zu unterstützen.
  • die Teilnehmer für das Thema Freundschaft zu sensibilisieren und implizit diese mit Thematiken wie Sport, Gewaltprävention, Abbau von Vorurteilen zu verknüpfen.
  • den Jungen Möglichkeiten zu eröffnen, die Teamfähigkeit zu fördern.
  • den Jungen Möglichkeiten zu eröffnen, ein gutes Vertrauensverhältnis in der Gruppe aufzubauen und zu festigen.
  • ein partnerschaftliches und faires Miteinander unter den Teilnehmern und im Dialog mit den Pädagogen und weiteren Experten, das von gegenseitiger Achtung und Wertschätzung in den einzelnen Einheiten getragen ist.
  • mit den Jungen und ihren Talenten/ Stärken zu arbeiten.
  • die Jungen zu ermutigen, eigeninitiativ kreative Ideen in den einzelnen Projekteinheiten zu entwickeln und diese mit zu gestalten.
  • den Kindern Anstoß und Motivation zu geben, Projekterlebnisse mit anderen zu teilen und gewonnene Projekterfahrungen im Alltag anzuwenden und weiterzugeben.

Ablauf

Das Projekt gliederte sich in ca. 10 Einheiten (d.h. 1 Projekttag pro Monat).
Während des Projektes wurden und werden Methoden, Übungen und Medien aus unterschiedlichen Bereichen eingesetzt. Neben Elementen aus der Gruppenarbeit (z.B. gruppendynamische Spiele ohne Sieger), der Kulturpädagogik (z.B. Theaterübungen) und der Sportpädagogik (z.B. Kletterwald), wird sich darauf konzentriert, die individuellen Stärken, Fähigkeiten und Kompetenzen den Jungen bewusst zu machen und mit ihnen zu arbeiten. Im medialen Bereich liegt der Schwerpunkt auf die kindgerechte Evaluation des Projekts mit einer Projektmappe aus Fotos und Statements. Jedes Kind wird zum Ende des Projekts eine Projektmappe erhalten.

Wir haben bereits u.a. mit einem Profikoch gemeinsam Lasagne gekocht, haben Rollenspiele zum Thema Freundschaft durchgeführt, den Stadtteilpolizisten zum Talk geladen, sammelten Erlebnisse im Kletterwald, waren auf Geocaching Schatzsuche und vieles mehr. Immer stand der Einzelne in der Gruppe im Fokus und das Kollektiv konnte aktiv die Projekttage mitgestalten. Als Highlights werden wir nun ein Tag bei Eintracht Frankfurt genießen und dabei auch themenspezifisch mit dem Fanprojektleiter arbeiten. Zum Abschluss des Projekts werden wir dem Wunsch der Jungen nachkommen und eine Übernachtung im Kinderhaus in den Osterferien durchführen, um das Projekt und die Gruppenerfahrungen mit den Jungen zu evaluieren. Mit der Projektmappe und einer Urkunde für die Teilnehmer wird das Projekt zu Ende gehen. Sensibilisiert für das Thema Freundschaft können die Jungen ihre Erfahrungen an andere Kinder im Kinderhaus Paradies weitergeben und dadurch können neue „wahre“ und „ernstgemeinte“ Freundschaften entstehen.

Bericht BildungsArena Eintracht Frankfurt

Ein Höhepunkt des Projekts war sicherlich der Besuch in der BildungsArena Eintracht Frankfurt, dem einzigen hessischen Standort im Rahmen des deutschlandweiten Programms „Lernort Stadion“. Dieses nutzt die Faszination für den Fußball als Motivationsfaktor, um Kindern und Jugendlichen altersgerecht und anschaulich Themen der Politischen Bildung (z.B. Abbau von Vorurteilen gegenüber Fremden oder Gleichberechtigung von Männern und Frauen) zu vermitteln. Auch das Thema „Freundschaft“ der Eberstädter Jungen fand dort seinen Platz!

Motivation war in jedem Fall gegeben, schließlich fand der Besuch am Tag des Heimspiels von Eintracht Frankfurt gegen den SC Freiburg statt und das Team der BildungsArena hatte sich im Vorfeld darum gekümmert, daß der Verein Freikarten spendierte.

Nach der Fahrt nach Frankfurt am Sonntagmorgen, wurden die Kinder von Fanprojektmitarbeiter Benjamin Weigand und Referent Stefan Hebenstreit im Eintracht-Frankfurt-Museum begrüßt. Erster Programmpunkt war eine Stadionbesichtigung, die von Museumsleiter Matthias Thoma geführt wurde. Dabei kamen die Jungen aus dem Staunen nicht heraus, als sie von der Pressetribüne einen Überblick über das gesamte WM-Stadion hatten, unmittelbar am Spielfeldrand den kurz gemähten und fertig markierten Rasen begutachten konnten, in der Kabine die vom Zeugwart vorbereiteten Trikots sahen oder im Pressekonferenzraum einmal Interview spielen durften.

Zurück im Museum folgte passend zum Projektthema "Eberstädter Freunde" eine Einheit zu der Frage, warum Freundschaften gerade im Sport wichtig sind: Der Satz "Elf Freunde müßt Ihr sein, wenn Ihr Siege wollt erringen!" gilt als populäre Fußballerweisheit. In Mannschafts-sportarten kann man nicht als Einzelspieler, sondern nur als Team gewinnen. Umso wichtiger ist es, daß man sich gut versteht - auf dem Platz, aber auch außerhalb des Spielfeldes. Und letztlich braucht man immer auch einen Gegner, ohne den kein Spiel stattfinden kann. Sportliche Fairness ist deshalb das oberste Gebot. Probleme ergeben sich dagegen durch Diskriminierungsformen wie Rassismus oder Homophobie, die leider auch im Fußball keine Seltenheit sind.

Eine abschließende  Museumsführung ermöglichte einen Einblick in die 115-jährige Geschichte von Eintracht Frankfurt. So bestaunten die Jungen in der Schatzkammer die Pokale und im Ausstellungsraum etwa den Plastikgartenstuhl, den der ehemalige Coach Horst Ehrmanntraut der Trainerbank vorzog.

In der Mittagspause bei Limonade und Bratwurst konnte die Gruppe verfolgen, wie die ersten Fans auf dem Stadionvorplatz eintrafen. Die Partie sahen die Jungen vom Oberrang der Gegentribüne aus, bei optimalem Blick auf das Spielfeld, aber auch auf die Eintracht-Fans in der Nordwestkurve und die mitgereisten Freiburger Anhänger im Gästeblock. Einziger Wermutstropfen des Tages war das Ergebnis des Spiels, das Eintracht Frankfurt mit 4:1 verlor.